Feb 16 2009
Wahrheit und nichts als die Wahrheit?
Das mit der Wahrheit ist so eine Sache. Es gibt verschiedene Wahrheiten…die reine Wahrheit, die geglaubte Wahrheit, die Wahrheit an die man sich klammert, die Wahrheit die weh tut, …
Ich glaube, Wahrheit ist Wahrnehmungssache. Oft will man auch die Wahrheit gar nicht so genau wissen und gibt sich mit dem zufrieden was man weiss, ohne zu hinterfragen - das ist auch ganz gut so.
Kinder nehmen Wahrheiten auch anders wahr, als Erwachsene. Wenn ich Moritz manchmal frage:
Wer hat das kaputt gemacht?
Kommt als Antwort:
Das Männchen!!!
Das ist dann auch nicht gelogen, sondern Moritz hat die feste Einbildung, dass es tatsächlich so gewesen ist.
Manche Wahrheiten sind auch nicht zu begreifen oder tun weh - manchmal lebt es sich mit einer Lüge leichter. Oft hat man die Lüge auch schon so verinnerlicht, dass man glaubt, es war tatsächlich so.
Das mit der Wahrheit ist oft gar nicht so einfach. Wollen wir wirklich immer die Wahrheit wissen?
Ich denke nicht. ![]()







Das hast Du sehr schön geschrieben.
Ich denke, dass manche Dinge (Gefühle) einfach auch war sein sollen, auch wenn es manchmal im Moment nicht so aussieht, oder wenn man verunsichert ist.
Währe es anders, währe das Leben oft unerträglich!
@ Carsten
Vielen Dank für die “Blumen”.
Wunderbar, ganz aus dem Innersten meines Herzens. Nein, ich will nicht alles wissen und es gibt die Dinge, von denen ich mir wünschen würde, sie niemals erfahren zu haben.
Das tut aber gut zu lesen. Ihr sprecht mir aus der Seele. Fühl mich manchmal so “selbst angelogen”.
Bin bisher stille Leserin gewesen. Ist schön bei Euch.
Ich glaube schon, daß es klare Wahrheit (und Unwahrheit) gibt - so wie 1+1 niemals etwas anderes ist als genau 2. Das bedeutet nicht, daß ein kleines Wesen wie Moritz jetzt genau jede Wahrheit erkennen kann - und es bedeutet auch nicht, daß große, kluge, vernünftige, weise Leute wie Du und ich (oder jedenfalls wie Du) jede Wahrheit erkennen können. Das Männchen, das Sachen kaputtmacht, gibt es auch in Erwachsenenschädeln, dort sagt es: “Eigentlich war ich gar nicht Schuld, sondern xy”.
Sich der Wahrheit nähern, auch wenn sie furchtbar unangenehm sein kann, halte ich für eine Lebensaufgabe.
Es stimmt, in manchen und seltenen Fällen ist es besser mit der Lüge zu leben, denn die Wahrheit würde nichts ändern und das Leben von anderen und einem selbst nur noch komplizierter machen. Da ist es besser, man behält die Wahrheit und lebt mit der Lüge für andere.
Und wenn das Männchen das kaputt gemacht hat, dann stimmt das ja auch. Der kleine Chef ist ja kein Mädchen
Hallo,
das Thema ist interessant, deshalb melde ich mich auch mal zu Wort ;o)
@ claudia: es gibt da so ein paar Philosophen (z.B. Kant) die würden dir jetzt unrecht geben. Wenn du Wahrheit mit Wirklichkeit gleichsetzt dann würden die jetzt sagen: Es gibt keine EINE Wirklich - also DIE wahre Wahrheit!
Ein schönes Beispiel ist da z.B. wenn man sich in seiner Wohnung umschaut und zwei Menschen aus zwei verschiedenen Richtungen den Tisch betrachten. Erstmal ist er wohl für beide ein Tisch, aber auch nur weil sie wissen und erfahren haben was ein Tisch ist… Interessant ist dann, dass wohl beide durch den Winkel und ihre Assoziationen, den Tisch möglicherweise in einer anderen Farbe sehen (oder weil Licht auf den Tisch fällt sieht er da anders aus als noch vor zwei Stunden).
Was ist also DIE klare reine Wahrheit?! :oD
Ich bin sehr zwiegespalten bei dem Thema.
Natürlich möchte ich auch nicht immer alles wissen. Manches würde zu weh tun.
Und dann ist es ein gesunder Schutz der Seele.
Wenn es niemandem weh tut, schütze Deine Seele!
Aber ich habe auch schon erlebt, dass Menschen in meiner nächsten Umgebung schlimme Dinge getan haben und sie sich diese Dinge so lange ausgeredet haben, dass sie selbst glauben, diese Dinge nicht getan zu haben. An solchen Dingen “knabbere” ich noch heute. Das ist dann die Kehrseite.
Aber ich glaube nicht, liebe Moritz-Mama, dass so etwas bei Dir der Fall ist.
Pass’ gut auf Dich auf!
Viele Grüße
Suse
Ich finde ja, Lügen haben ihr schlechtes Generalimage völlig zu Unrecht.
Naja, die Wahrheiten die mich intessieren, die möchte ich schon wissen, aber es gibt vieles, da will ich gar nicht wissen warum das alles so ist…
Ich melde mich zurück aus der Abstinenz. Danke, dass du mir die Treue gehalten hast!!!
Hmm … schwieriges Thema.
Ich bin einfach ein Mensch, der gerne die Wahrheit hören möchte. Egal ob sie mich verletzt. Früher hatte ich nie so eine starke Einstellung dazu, aber naja, es gibt einfach Sachen, die einen verändern.
Meine Einstellung zur Wahrheit hat sich eben geändert, als meine beste Freundin mich mit der Wahrheit verletzt hat. Sie hat mir da gesagt, dass sie mich ein paar Tage absichtlich ignoriert und gemieden hat, weil SIE ein schlechtes Gewissen hatte und nicht wusste, wie sie sich verhalten sollte. Okay, es ist wirklich keine so große Sache gewesen, aber als sie mir das dann halt gestanden hat, war ich verdammt verletzt. Wir können uns echt alles erzählen, wir lieben uns, und ich hätte NIEMALS gedacht, dass sie mich mal ignorieren würde.
Naja, nachdem ich dann aber ein paar Stunden verletzt und traurig war, hab ich erkannt, was das auch für sie bedeutet haben muss. Und wie schwer das für sie gewesen sein muss, mir die WAHRHEIT zu sagen! Sie hätte mir ja irgendwas erzählen können… oder gar nichts. Aber sie war eben ehrlich, obwohl sie wusste, dass es verletzen kann und schwierig ist.
Da hab ich eben gemerkt, wie wohltuend die Wahrheit sein kann. Auch wenn sie verletzt; da ist jemand, der dich so liebt, dass er dir lieber die Wahrheit sagt, als dich auch nur ein kleines bisschen anzulügen.
Das war eben meine Schlüsselerfahrung und seitdem hab ich die Einstellung, dass mir immer die Wahrheit lieber ist. Sie kann weh tun, aber man kann auch damit umgehen und glücklich sein. Einander die Wahrheit zu sagen - egal worüber und was sie für einen bedeutet - ist für mich also der größtmögliche Vertrauensbeweis